Sonntag, 4. April 2021

Regionalbonus nach dem Lockup

 Regionalgeld ist eine sehr gute Möglichkeit, die Wirtschaftshilfe für Konsumenten, Selbständige, sowie Klein- und Mittelbetriebe in dieser Krisenzeit effektiv zu gestalten und eine Multiplikation der staatlichen Hilfen und auch privater Beiträge exakt für die am meisten Betroffenen bereitzustellen. Die lokale Konsumförderung mit regionaler Währung stärkt regionale Kreisläufe und unterstützt den Wiederaufbau der lokalen Kauf- und Verbraucherkreisläufe. 

Montag, 15. Februar 2021

Charleroi emittiert Regionalwährung im Volumen von über 4 Mio. Euro

Die Stadt Charleroi in Belgien mit etwa 200.000 Einwohner hat zwischen den Lockdowns in 2020 eine Unterstützungsaktion für den lokalen Einzelhandel gestartet. Allen Bürger*innen wurden 20 Euro in der Regionalwährung "Carol'Or" (siehe Abbildung angeboten. Über 95% haben von dem Angebot Gebrauch gemacht und sich die Gutscheine zuschicken lassen. Dadurch kamen 4 Mio. Euro in Form einer Regionalwährung in Umlauf. Die Aktion läuft noch bis 30. Juni 2021.


Samstag, 23. Januar 2021

Zweierlei Maß beim Lockdown und die Bayerische Verfassung

Gerade war ich bei einem Groß-Supermarkt, nachdem ein Bekannter erzählt hat, dass es beim „Real“ zugehe wie auf einem Rummelplatz. Normalerweise bin ich dort nicht, allerdings war ich nun neugierig, ob hier wirklich nur Lebensmittel und Getränke verkauft werden. Der Blick in den Laden zeigt, es gibt Smartphones, Fernseher, Bekleidung, Faschingsartikel, Spielwaren, Küchenartikel und vieles andere, was das Konsumherz begehrt jeweils auf Flächen, die einzeln für sich größer sind als die meisten kleinen Geschäfte, die ich für meine Einkäufe besuche.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Spielfilm und Doku über "Das Wunder von Wörgl"

Wer einen herzergreifenden Spielfilm mit Tiefgang sehen möchte, sollte sich unbedingt "Das Wunder von Wörgl" ansehen. Mitten in der Wirtschaftskrise hört ein Tiroler Bürgermeister auf zu jammern und entwickelt ein geniales Selbsthilfeprojekt gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Wörgl. Mit eigenem Geld werden Beschäftigte der Gemeinde bezahlt und Arbeitslose in Bauprojekten beschäftigt. Mit Arbeitswertschein im Wert von 8.000 Schilling werden Umsätze im sechsstelligen Bereich erzielt. Im Durchschnitt zirkuliert ein Arbeitsschein fast einmal pro Woche. Die Teilnehmenden wollen die Scheine schnell wieder loswerden, damit sie die Scheine nicht verlängern müssen. So entsteht ein stetiger Geldkreislauf, der die Nachfragelücke in Wörgl schließen hilft.

Montag, 28. September 2015

Give Greece a Chance

In 2011, Christian Gelleri and Thomas Mayer proposed a second currency for Greece. Since then
the Greek problems have not been solved and have instead become worse. The country is still
enduring severe economic problems and national bankruptcy remains dangerously close. A parallel
currency »NEURO« could help to avoid the worst and act as a leverage for the better.

Give Greece a Chance - A Parallel Currency Proposal

Dienstag, 21. Juli 2015

Gebt Griechenland eine Chance!

Aufgrund der akuten Situation in Griechenland wurde der Neuro-Vorschlag nochmal überarbeitet und an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Eine Eurodeckung erscheint zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal nicht möglich, daher wird die Herausgabe über Schuldscheine des Staates favorisiert. Die Akzeptanz durch den Staat erfolgt 1 zu 1 für alle Abgaben, Steuern und Leistungen. Die Emission erfolgt über Mitarbeiter, Auftragnehmer und sonstige Leistungserbringer. Zentral bleibt weiterhin ein Negativzins, der anfänglich mit 3% festgesetzt wird. Technisch soll die Parallelwährung rein elektronisch in Umlauf gebracht werden. Für die Transaktionen kommen die lokalen Banken in Frage, aber auch die Nutzung von Bitcoin-ähnlichen Technologien. Ausführlich dargestellt wird der Ansatz in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift fairconomy auf den Seiten 16 bis 19.

http://www.inwo.de/fileadmin/uploads/media/FAIRCONOMY/ausgaben/ausgabe-2015-2.pdf

Dienstag, 23. Juni 2015

Ist der Crash die Lösung?

Am 11. und 12. Juni waren die Bestsellerautoren Marc Friedrich und Weik zu Gast im Chiemgau. Über 250 Gäste hörten Vortrag und Seminar in Traunstein und machten sich intensiv Gedanken über die derzeitigen Entwicklungen in Europa. Die Autoren Friedrich und Weik betonten, dass es über kurz oder lang zum globalen Kollaps der Schuldenblasen kommen muss. Christophe Levannier und Christian Gelleri zeigten mit der Regionalwährung Chiemgauer eine echte Alternative auf.

v. l. n. r.: Matthias Weik, Christophe Levannier, Christian Gelleri, OB Christian Kegel, Marc Friedrich


Ein toller Bericht zu den Veranstaltungen wurde von Axel Effner geschrieben.



Donnerstag, 6. November 2014

Heiliges Wachstum

Die Wachstumsraten sinken und die Notenbanken fürchten sich vor einer Deflation. Die einen fordern mehr Wachstum und andere (wenige) denken darüber nach, wie eine Wirtschaft ohne Wachstum funktionieren kann. Die Filmemacherin Marie-Monique Robin hat weltweit Alternativen aufgespürt. Eine davon ist die Regionalwährung Chiemgauer.

Über zwei Jahre dauerten die Recherchen und die Aufnahmen zum Film. Die deutsche Version feierte am 4. November 2014 auf ARTE Premiere. Das Warten hat sich gelohnt.

Filmkritik im Handelsblatt

Freitag, 20. Juni 2014

EZB führt am 4. Juni 2014 Negativzins ein

Die Europäische Zentralbank hat am 4. Juni 2014 die Senkung der Einlagezinsen für Banken auf Minus 0,1 Prozent bekannt gegeben. Sie ist damit die erste größere Zentralbank der Welt, die diesen Schritt geht. Das Medienecho darauf ist überwiegend negativ gewesen. "Enteignung der Sparer" und viele andere publikumswirksame Schlagzeilen wurden veröffentlicht. Die Wirkungen hält Bundesbankpräsident Weidmann für überschaubar. Der Euro-Kurs gab etwas nach. Das ist für die Exportwirtschaft gut. Der Deutsche Aktienindex stieg nach der Zinsentscheidug. Die Geschäftsbanken verlagerten kurze Zeit nach der Bekanntgabe einen Teil der Einlagen. Die Frage ist natürlich, wohin? Da es sich nur um einige Milliarden Euro handelt, hat es europaweit allerdings kaum Auswirkungen.

Für den Chiemgauer ist der 4. Juni eine kleine Sensation, denn bisher haben Experten der Zentralbank das "Schwundgeld" im Chiemgau immer belächelt. Nun fangen sie selbst an, dieses einzuführen. Man fühlt sich erinnert an die Mathematiker im 18 Jahrhundert, die umfängliche Traktate mit etlichen Argumenten gegen die Nutzung von negativen Zahlen in der Mathematik geschrieben haben. Öffentlich wurde sogar die Förderung des Dunklen und Bösen befürchtet, wenn sich negative Zahlen verbreiten würden. Heute sind negative Zahlen eine Selbstverständlichkeit und jedes Kind lernt die Verwendung in der Schule. Ähnlich wird es mit dem Negativzins sein: erst Anfang des 20. Jahrhunderts tot geschwiegen, dann bei Einführung des Chiemgauers und anderer Regiogelder belächelt, zwischendurch heftig bekämpft wie in Wörgl 1932 und so langsam findet die Theorie von Silvio Gesell Anerkennung.

So freut es die Chiemgauer, dass das Wall Street Journal Deutschland am 19. Mai 2014 den Chiemgauer als Vorbild für die Notenbankpolitik der Europäischen Zentralbank bezeichnete.

Montag, 21. Mai 2012

Geuro für Griechenland

Es häufen sich die Befürworter einer Parallelwährung in Griechenland. Zwei Autoren des Handelsblattes machen einen handfesten Vorschlag: "Die ND wird zum Kurs von 1:1 zum Euro eingeführt; danach wird der ND/Euro-Kurs als Marktpreis an den Geldmärkten bestimmt. Da die ND die schwächere Währung ist, bedarf es eines gesetzlichen Annahme- und Verwendungszwangs. Unbare inländische Zahlungen gelten zur Hälfte als in ND-Einheiten vereinbart und sind in ND zu erbringen. Das gilt gleichermaßen für die Bezahlung von Waren, Dienstleistungen, Steuern und Arbeitsleistungen. Der vorgeschriebene Anteil der ND-Verwendung sichert, dass es eine ständige Nachfrage von Unternehmen und Bevölkerung nach ND gibt." (siehe Handelsblatt vom 21. Mai 2012) Einen ähnlichen Vorschlag macht auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, der die Einführung eines "Geuro" vorschlägt. Darüber berichtet Spiegel Online. Zufällig heißt der Chefvolkswirt so wie einer der beiden Autoren des Expressgeldes. Die Vorschläge gehen alle in Richtung einer deutlich abgewerteten Zweitwährung. Keiner der Volkswirte denkt bislang an einen Umlauf-Impuls zur Beschleunigung der Umlaufgeschwindigkeit. Eine permanente Abwertung hätte sicherlich einen ähnlichen Effekt, doch werden die negativen Folgewirkungen kaum bedacht. Immerhin: Notsituationen wecken die Fantasie der Volkswirte. Es muss die Situation allerdings genau beobachtet werden, damit eine Lösung entsteht, die für die Griechen am verträglichsten ist.

Dienstag, 8. Mai 2012

EZB: Negativzins überfällig

Europas Banken bunkern Geld bei den Notenbanken berichtet das Wallstreet Journal am 6. Mai 2012. Insgesamt sind es 1,2 Billionen Euro, 66 Prozent mehr als Ende 2010. Diese Einlagen werden von der EZB derzeit mit 0,25% pro Jahr verzinst. Anstatt das Geld herumliegen zu lassen, könnte es in den südeuropäischen Staaten für einen Wirtschaftsaufschwung sorgen. Der Europäischen Zentralbank wäre zu empfehlen, für das Parken eine Gebühr zu verlangen. Die Schwedische Notenbank hat es 2009/2010 vorgemacht mit einem Negativzins von 0,25% pro Jahr auf Einlagen von Geschäftsbanken bei der Schwedischen Notenbank. Problem: Ein schnellerer Geldumlauf würde vor allem die "integrierten" Staaten begünstigen. Das Geld würde also vor allem dort wirken, wo die Wirtschaft relativ gut läuft und Inflationsanzeichen bestehen, so z. B. Deutschland, Österreich, Slowakei und Slowenien. Dort, wo das Geld eigentlich gebraucht wird, kommt es nur eingeschränkt an: Irland, Griechenland, Spanien. Eine differenzierte Geldpolitik ist aber nur durch eine eigene Währung möglich, idealerweise sprechen wir von einer komplementären Währung angekoppelt an den Euro mit eingebauten Grenzen im Devisenverkehr. Anstatt also den Banken Geld zu leihen, die das gleiche Geld dann bei der Notenbank aus Sicherheitsgründen bunkern, sollten besser komplementäre Währungen direkt in den Krisenstaaten emittiert werden.

Dienstag, 24. April 2012

Doppelwährung für Griechenland

Polens Notenbankchef Marek Belka schlägt eine zweite Währung für Griechenland vor. Diese solle frei konvertibel zum Euro sein: "Ich trete nicht dafür ein, Griechenland aus dem Euro zu drängen. Doch für interne Zwecke könnte man beispielsweise über ein Zahlungsinstrument nachdenken, das innerhalb des Landes benutzt werden würde, besonders vom Staatssektor." Damit wird an prominenter Stelle die Idee einer staatlichen Komplementärwährung aufgegriffen, um der Abwärtsspirale in Griechenland Einhalt zu gebieten.