Montag, 28. September 2015

Give Greece a Chance

In 2011, Christian Gelleri and Thomas Mayer proposed a second currency for Greece. Since then
the Greek problems have not been solved and have instead become worse. The country is still
enduring severe economic problems and national bankruptcy remains dangerously close. A parallel
currency »NEURO« could help to avoid the worst and act as a leverage for the better.

Give Greece a Chance - A Parallel Currency Proposal

Dienstag, 21. Juli 2015

Gebt Griechenland eine Chance!

Aufgrund der akuten Situation in Griechenland wurde der Neuro-Vorschlag nochmal überarbeitet und an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Eine Eurodeckung erscheint zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal nicht möglich, daher wird die Herausgabe über Schuldscheine des Staates favorisiert. Die Akzeptanz durch den Staat erfolgt 1 zu 1 für alle Abgaben, Steuern und Leistungen. Die Emission erfolgt über Mitarbeiter, Auftragnehmer und sonstige Leistungserbringer. Zentral bleibt weiterhin ein Negativzins, der anfänglich mit 3% festgesetzt wird. Technisch soll die Parallelwährung rein elektronisch in Umlauf gebracht werden. Für die Transaktionen kommen die lokalen Banken in Frage, aber auch die Nutzung von Bitcoin-ähnlichen Technologien. Ausführlich dargestellt wird der Ansatz in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift fairconomy auf den Seiten 16 bis 19.

http://www.inwo.de/fileadmin/uploads/media/FAIRCONOMY/ausgaben/ausgabe-2015-2.pdf

Dienstag, 23. Juni 2015

Ist der Crash die Lösung?

Am 11. und 12. Juni waren die Bestsellerautoren Marc Friedrich und Weik zu Gast im Chiemgau. Über 250 Gäste hörten Vortrag und Seminar in Traunstein und machten sich intensiv Gedanken über die derzeitigen Entwicklungen in Europa. Die Autoren Friedrich und Weik betonten, dass es über kurz oder lang zum globalen Kollaps der Schuldenblasen kommen muss. Christophe Levannier und Christian Gelleri zeigten mit der Regionalwährung Chiemgauer eine echte Alternative auf.

v. l. n. r.: Matthias Weik, Christophe Levannier, Christian Gelleri, OB Christian Kegel, Marc Friedrich


Ein toller Bericht zu den Veranstaltungen wurde von Axel Effner geschrieben.



Donnerstag, 6. November 2014

Heiliges Wachstum

Die Wachstumsraten sinken und die Notenbanken fürchten sich vor einer Deflation. Die einen fordern mehr Wachstum und andere (wenige) denken darüber nach, wie eine Wirtschaft ohne Wachstum funktionieren kann. Die Filmemacherin Marie-Monique Robin hat weltweit Alternativen aufgespürt. Eine davon ist die Regionalwährung Chiemgauer.

Über zwei Jahre dauerten die Recherchen und die Aufnahmen zum Film. Die deutsche Version feierte am 4. November 2014 auf ARTE Premiere. Das Warten hat sich gelohnt.

Filmkritik im Handelsblatt

Freitag, 20. Juni 2014

EZB führt am 4. Juni 2014 Negativzins ein

Die Europäische Zentralbank hat am 4. Juni 2014 die Senkung der Einlagezinsen für Banken auf Minus 0,1 Prozent bekannt gegeben. Sie ist damit die erste größere Zentralbank der Welt, die diesen Schritt geht. Das Medienecho darauf ist überwiegend negativ gewesen. "Enteignung der Sparer" und viele andere publikumswirksame Schlagzeilen wurden veröffentlicht. Die Wirkungen hält Bundesbankpräsident Weidmann für überschaubar. Der Euro-Kurs gab etwas nach. Das ist für die Exportwirtschaft gut. Der Deutsche Aktienindex stieg nach der Zinsentscheidug. Die Geschäftsbanken verlagerten kurze Zeit nach der Bekanntgabe einen Teil der Einlagen. Die Frage ist natürlich, wohin? Da es sich nur um einige Milliarden Euro handelt, hat es europaweit allerdings kaum Auswirkungen.

Für den Chiemgauer ist der 4. Juni eine kleine Sensation, denn bisher haben Experten der Zentralbank das "Schwundgeld" im Chiemgau immer belächelt. Nun fangen sie selbst an, dieses einzuführen. Man fühlt sich erinnert an die Mathematiker im 18 Jahrhundert, die umfängliche Traktate mit etlichen Argumenten gegen die Nutzung von negativen Zahlen in der Mathematik geschrieben haben. Öffentlich wurde sogar die Förderung des Dunklen und Bösen befürchtet, wenn sich negative Zahlen verbreiten würden. Heute sind negative Zahlen eine Selbstverständlichkeit und jedes Kind lernt die Verwendung in der Schule. Ähnlich wird es mit dem Negativzins sein: erst Anfang des 20. Jahrhunderts tot geschwiegen, dann bei Einführung des Chiemgauers und anderer Regiogelder belächelt, zwischendurch heftig bekämpft wie in Wörgl 1932 und so langsam findet die Theorie von Silvio Gesell Anerkennung.

So freut es die Chiemgauer, dass das Wall Street Journal Deutschland am 19. Mai 2014 den Chiemgauer als Vorbild für die Notenbankpolitik der Europäischen Zentralbank bezeichnete.

Montag, 21. Mai 2012

Geuro für Griechenland

Es häufen sich die Befürworter einer Parallelwährung in Griechenland. Zwei Autoren des Handelsblattes machen einen handfesten Vorschlag: "Die ND wird zum Kurs von 1:1 zum Euro eingeführt; danach wird der ND/Euro-Kurs als Marktpreis an den Geldmärkten bestimmt. Da die ND die schwächere Währung ist, bedarf es eines gesetzlichen Annahme- und Verwendungszwangs. Unbare inländische Zahlungen gelten zur Hälfte als in ND-Einheiten vereinbart und sind in ND zu erbringen. Das gilt gleichermaßen für die Bezahlung von Waren, Dienstleistungen, Steuern und Arbeitsleistungen. Der vorgeschriebene Anteil der ND-Verwendung sichert, dass es eine ständige Nachfrage von Unternehmen und Bevölkerung nach ND gibt." (siehe Handelsblatt vom 21. Mai 2012) Einen ähnlichen Vorschlag macht auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, der die Einführung eines "Geuro" vorschlägt. Darüber berichtet Spiegel Online. Zufällig heißt der Chefvolkswirt so wie einer der beiden Autoren des Expressgeldes. Die Vorschläge gehen alle in Richtung einer deutlich abgewerteten Zweitwährung. Keiner der Volkswirte denkt bislang an einen Umlauf-Impuls zur Beschleunigung der Umlaufgeschwindigkeit. Eine permanente Abwertung hätte sicherlich einen ähnlichen Effekt, doch werden die negativen Folgewirkungen kaum bedacht. Immerhin: Notsituationen wecken die Fantasie der Volkswirte. Es muss die Situation allerdings genau beobachtet werden, damit eine Lösung entsteht, die für die Griechen am verträglichsten ist.

Dienstag, 8. Mai 2012

EZB: Negativzins überfällig

Europas Banken bunkern Geld bei den Notenbanken berichtet das Wallstreet Journal am 6. Mai 2012. Insgesamt sind es 1,2 Billionen Euro, 66 Prozent mehr als Ende 2010. Diese Einlagen werden von der EZB derzeit mit 0,25% pro Jahr verzinst. Anstatt das Geld herumliegen zu lassen, könnte es in den südeuropäischen Staaten für einen Wirtschaftsaufschwung sorgen. Der Europäischen Zentralbank wäre zu empfehlen, für das Parken eine Gebühr zu verlangen. Die Schwedische Notenbank hat es 2009/2010 vorgemacht mit einem Negativzins von 0,25% pro Jahr auf Einlagen von Geschäftsbanken bei der Schwedischen Notenbank. Problem: Ein schnellerer Geldumlauf würde vor allem die "integrierten" Staaten begünstigen. Das Geld würde also vor allem dort wirken, wo die Wirtschaft relativ gut läuft und Inflationsanzeichen bestehen, so z. B. Deutschland, Österreich, Slowakei und Slowenien. Dort, wo das Geld eigentlich gebraucht wird, kommt es nur eingeschränkt an: Irland, Griechenland, Spanien. Eine differenzierte Geldpolitik ist aber nur durch eine eigene Währung möglich, idealerweise sprechen wir von einer komplementären Währung angekoppelt an den Euro mit eingebauten Grenzen im Devisenverkehr. Anstatt also den Banken Geld zu leihen, die das gleiche Geld dann bei der Notenbank aus Sicherheitsgründen bunkern, sollten besser komplementäre Währungen direkt in den Krisenstaaten emittiert werden.

Dienstag, 24. April 2012

Doppelwährung für Griechenland

Polens Notenbankchef Marek Belka schlägt eine zweite Währung für Griechenland vor. Diese solle frei konvertibel zum Euro sein: "Ich trete nicht dafür ein, Griechenland aus dem Euro zu drängen. Doch für interne Zwecke könnte man beispielsweise über ein Zahlungsinstrument nachdenken, das innerhalb des Landes benutzt werden würde, besonders vom Staatssektor." Damit wird an prominenter Stelle die Idee einer staatlichen Komplementärwährung aufgegriffen, um der Abwärtsspirale in Griechenland Einhalt zu gebieten.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Kostenvergleich Expressgeld und Rettungspaket

Das neueste griechische Rettungspaket (Februar 2012) kostet Deutschland 35 Mrd. Euro. Das sind 437 Euro pro Bundesbürger.

Zum Vergleich: Der Umlauf-Impuls beim Expressgeld kostet nur 20 Euro pro Person. Diese 20 Euro würden die griechischen Bürger selbst bezahlen. Die meisten Griechen würden vielleicht 5 bis 10 Euro pro Jahr zahlen müssen, reichere Griechen mit mehr Liquidität würden mehr bezahlen, Millionäre sogar einige Tausend Euro.

Der Effekt des Expressgeldes wäre ein Boom beim Nutzen ungenutzter Kapazitäten der griechischen Binnenwirtschaft. Das Potenzial schäte ich bei mindestens 25% des aktuellen BIP. Der wirtschaftliche Effekt des Rettungspakets liegt dagegen für Griechenland bei nahe Null und schon bald wird ein neues Rettungspaket nötig werden.

Freitag, 17. Februar 2012

Express-Euro ergänzt Euro

In einem Diskussionspapier haben Thomas Mayer und ich die Einführung eines komplementären Express-Euro für die krisengeschüttelten Staaten in Südeuropa skizziert. Auch wenn sich die Zeichen mehren, dass Griechenland und vermutlich weitere Staaten aus dem Euro aussteigen werden, soll mit diesem Papier ein völlig neuer Weg aufgezeigt werden, wie das Konvergenzproblem gelöst werden könnte.

Wenn die Produktivität von Ländern auseinander liegt, kann durch eine entsprechend hohe "Abflussgebühr" eine monetäre Grenze gebildet werden. Durch den gleichzeitigen Negativzins auf Geld werden Potenziale einer Volkswirtschaft mobilisiert und eine ausgeglichene Handelsbilanz angeregt.

Link zu "Express-Euro"

Dienstag, 9. August 2011

Abwärts ohne Ende?

Kenneth Rogoff empfiehlt eine Inflation von 4 bis 6 Prozent, um die immensen Schulden abzubauen, die von den Staaten aufgetürmt wurden. Dieser Gedanke ist durchaus richtig: Man entwertet die Vermögen jährlich um 4 bis 6 Prozent, um wieder ein vertretbares Maß der Schulden und Zinszahlungen zur Wirtschaftsleistung des Landes zu bekommen.

Das Dumme ist nur, dass eine Inflation mit der heute üblichen Geldpolitik gar nicht so einfach und gezielt erzeugt werden kann. Was wir derzeit sehen ist eine Deflationierung der Finanzmärkte. Diese Deflation hat Rückwirkungen auf die Realmärkte. Die Notenbank und der Staat pumpen dann Geld in die Finanzmärkte und das Ganze inflationiert wieder. So einen Vorgang hatten wir zwischen 2008 und 2010 und nun scheint sich das Ganze zu wiederholen. Allerdings haben die Staaten und Notenbanken immer weniger "Munition" um das Aufblasen zu bewerkstelligen. Vor allem hat das Aufblasen der Märkte die Nebenwirkung, dass sich die Schulden der Staaten weiter auftürmen müssen. Da dreht sich das Ganze im Kreis.

Der bisherige Ausweg war das Wirtschaftswachstum auf Kosten der Umwelt. Auch da sind die Grenzen längst überschritten. Das Märchen vom nachhaltigen Wachstum funktioniert dabei sowieso nicht. Nachhaltig ist für die Erde ein Ressourcenverbrauch, der dem entspricht, was nachwächst. Um das zu erreichen, müssten wir den Ressourcenverbrauch um ein Drittel schrumpfen. Zugleich müssten die Ressourcen gleichmäßiger verteilt werden. Ergo stehen die westlichen Ökonomien vor der Notwendigkeit zu schrumpfen. Das passt aber überhaupt nicht zur vermeintlich notwendigen "Stabilisierung" der Finanzmärkte.

Nötig wäre ein ehrlicher Schuldenschnitt. Dieser müsste radikal sein, also eher im Verhältnis 5 zu 1 als 2 zu 1. Währungstechnisch bräuchte es eine Geldsteuer im Sinne eines Negativzinses und Finanzmarktsteuern. Ein Land, das mit einem Negativzins beginnen könnte, wäre die Schweiz. Durch den Run auf den Schweizer Franken (sFr) ist dieser unverhältnismäßig teuer geworden. Selbst ein Absenken der Zinsen auf 0 bis 0,25% verringert die Nachfrage nach sFr nicht.

Die Schweizer Zentralbank könnte mit einem Negativzins auf Guthaben bei der Notenbank beginnen, so wie das die schwedische Notenbank getan hat. Dann wären im nächsten Schritt die täglich fälligen Einlagen zu besteuern. Diese Maßnahmen wären noch im Detail auszuarbeiten, um den Schweizer Franken als "sicheren Hafen" unattraktiv zu machen. Dies würde das Wirtschaftsleben in der Schweiz wettbewerbsfähig halten.



Dienstag, 9. März 2010

Zinsfreie Chiemgauer-Kredite

Im Zuge der Debatte um Negativzinsen und Liquiditätsfalle gibt es beim Chiemgauer eine interessante Innovation: den zinsfreien Chiemgauer-Kredit.