Die Verschuldung des japanischen Staates liegt mittlerweile bei 200 Prozent des Bruttosozialprodukts. Das Wachstum der Schulden geht unaufhaltsam weiter, während die Wirtschaftsleistung im Rekordtempo schrumpft. Die Ratingagentur Moody's hat im Mai 2009 die Kreditwürdigkeit Japans um zwei Stufen gesenkt (auf Aa2). Das heißt, dass die Agentur das Pleiterisiko Japans als höher einschätzt! Trotzdem kaufen japanische Sparer weiterhin japanische Staatsanleihen. Noch, wohlbemerkt. Sollte Japan ins Trudeln geraten, wäre das für die Weltwirtschaft eine Katastrophe, denn auch die USA, England und viele andere Länder stehen bereits am Abgrund ihrer selbsterzeugten Schuldenspirale. Auch Deutschland und die Eurozone stehen nicht besonders gut da.
Die große Frage ist natürlich, wann es gefährlich wird. Solange die Sparer Staatsanleihen kaufen, ist noch alles in Ordnung. Auch die Überkapazitäten der Industrien begrenzen derzeit noch das Risiko einer Hyperinflation. Diese Überkapazitäten werden jedoch durch die Kaufzurückhaltung weltweit Schritt für Schritt abgebaut. Wie lange geht dieser Schrumpfungsprozess noch? Ein Jahr? Drei Jahre? Sieben Jahre? Zehn Jahre?
Kurzfristig sollte man nicht in Panik ausbrechen, so schnell sinkt die Titanic nicht, andererseits sollte man wachsam bleiben, denn ewig wird die Schuldensause nicht mehr weitergehen können.
Zur Vertiefung empfohlen: "Die Weltwirtschaftskrise als Schuldenkrise" von Tomasz Konicz auf Heise.de
Samstag, 27. Juni 2009
Dienstag, 23. Juni 2009
Bundesbank bestätigt Geldhortung
In ihrem jüngsten Monatsbericht bestätigt die Deutsche Bundesbank Tendenzen der Geldhortung.
"Geht man von einer Transaktionskassenhaltung von 10% des Banknotenumlaufs aus und legt man des Weiteren eine Auslandsnachfrage von 25% bis 35% zugrunde, so bleibt für die Hortung der Löwenanteil von 55% bis 65% übrig." (Bundesbank, Monatsbericht Juni 2009, S. 58)
Nur 10 % des Bargeldes dient der realen Binnenwirtschaft und 90% des Geldes dient spekulativen Zwecken. International gesehen sind es sogar 99% des Geldes, die spekulativ verwendet werden.
Seitdem ich mich mit Negativzinsen und insbesondere mit Regiogeld beschäftige, haben Ökonomen immer wieder behauptet, es gäbe heutzutage keine ernsthafte Geld-Hortung mehr. Daher brauche es auch keine Anti-Hortungs-Gebühr wie dies durch die Klebemarke beim Chiemgauer oder durch einen Negativzins beim eChiemgauer praktiziert wird.
Dass auchgerechnet die Deutsche Bundesbank, die Hedgefonds immer wieder gelobt und dafür das Chiemgauer Regiogeld heftig kritisiert hat, nun die Beweise für die Stimmigkeit von Regiogeldern mit Negativzins abliefert, ist erstaunlich und wohltuend.
(Ich danke Dr. Eva-Maria Hubert für den Hinweis auf den Monatsbericht.)
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